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LOiPE

Langlebigkeit und Obsoleszenz in der Produktentstehung (LOiPE).

Die Aufmerksamkeit um den vorzeitigen Verschleiß von Produkten (Obsoleszenz) hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Wissenschaft, Politik, Verbraucher, Medien  und Hersteller sind mit dem Thema befasst. Studien bieten zahlreiche Hinweise und Belege für vorzeitigen Verschleiß, der jedoch ausschließlich mit konstruktionstechnischen Merkmalen und mit Produkteigenschaften begründet wird. Bisher ungeklärt sind jedoch die tatsächlichen Handlungsursachen und Entscheidungsgrundlagen für Obsoleszenz in der Produktentstehung. Im Fokus des vorliegenden Forschungsprojekts stehen deshalb der Faktor Mensch und sein Einflusspotenzial im Produktentstehungsprozess und die Folgen für die Nutzungs- und Lebensdauer.

Fragestellung

Im Mittelpunkt des Forschungsprojekts stehen zwei Fragen: Welche Rolle spielen Langlebigkeit und Obsoleszenz im Produktentstehungsprozess? Welchen Einfluss nehmen Ingenieure und andere direkt am Produktentstehungsprozess beteiligte Akteure auf die Nutzungs- und Lebensdauer von Produkten?

Geplante Obsoleszenz und ihre Schadensfolgen für Gesellschaft, Umwelt und Ökologie sind ein Phänomen, das als direkte und indirekte Wirkung von handelnden Menschen begriffen werden muss. Die vorherrschende Objektorientierung in der Obsoleszenzforschung erklärt bisher lediglich Wirkungs- und Schadensfolgen (ex post Erklärung) und bietet damit keine Erklärung für die tatsächlichen Handlungsursachen (ex ante Bedingung.) Es muss untersucht werden, welche Faktoren und Paradigmen einen Einfluss auf die konkrete Entwicklungs- und Konstruktionssituation haben. Betriebliche Entscheidungsstrukturen und die Handlungsmotive der beteiligten Akteure sind stärker als bisher in den Forschungsfokus zu rücken.

Ziel

Wesentliches Ziel des Forschungsvorhabens ist die Untersuchung, inwieweit Einflussmöglichkeiten von den am Produktentstehungsprozess beteiligten Entwicklern und Konstrukteuren auf die Obsoleszenz und Langlebigkeit von Consumer-Produkten entwickelt werden können. Hierzu finden verschiedene quantitative und qualitative Verfahren der empirischen Sozialforschung Anwendung, beispielsweise eine quantitative Erhebung über einen formalisierten Onlinefragebogen, vorstrukturierte Interviews mit Schlüsselakteuren, Begleitung und Coaching von betrieblichen Veränderungsansätzen und Reflexionen in Expertenworkshops. Neben dieser empirischen Analyse der subjektiven Sicht der Beteiligten auf Produktentwicklung und Konstruktion und auf ihre Rahmenbedingungen sollen in Zusammenarbeit mit Betriebsräten und Unternehmen Handlungskonzepte in der Praxis erprobt und bewertet werden.

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